In der neusten Ausgabe von Aqua & Gas haben wir eine Übersicht über unsere Studienergebnisse zur Grundwasserfauna in der Schweiz publiziert. Im Beitrag zeigen wir auf, dass einerseits ein verstärkter Schutz des Grundwassers nötig ist, andererseits muss die Überwachung der Grundwasserbiodiversität in der Schweiz vorangetrieben werden. Den Artikel kann online gelesen werden: https://www.aquaetgas.ch/wasser/gew%C3%A4sser/20251204-ag12-die-grundwasserfauna-sch%C3%BCtzen/
Mehrere neue Publikationen
In den letzten Monaten wurden mehrere Publikationen veröffentlicht, an denen ich beteiligt war:
- Im August 2025 veröffentlichte das GReG-Konsortium einen Überblick über das Projekt und dessen Beitrag zum Schutz unterirdischer Lebensräume (Subterranean Biology 53: 31–40).
- Im September 2025 veröffentlichten wir Ergebnisse unseres Grundwasserprojekts, in denen die Bedeutung von Karstaquiferen für das bisherige und zukünftige Überleben von Grundwasserflohkrebsen hervorgehoben wurde (Diversity and Distributions 31(9): e70063).
- Im Oktober 2025 veröffentlichten ich und einige Kollegen ein Positionspapier darüber, wie die wissenschaftliche Beschreibung kryptischer Arten von Wirbellosen beschleunigt werden kann (Biology Letters 21(10): 2025038).
- Im November 2025 veröffentlichten wir einen Artikel über Diversitätsmuster von Grundwasserflohkrebsen im westlichen Balkan und darüber, wie lokal diese Diversitätsmuster sind (Journal of Biogeography: e70100).
Der globale Einfluss des Menschen auf die biologische Vielfalt

Menschliche Aktivitäten beeinträchtigen die biologische Vielfalt auf globaler Ebene erheblich. Neben dem Rückgang der Artenzahl verändert sich auch die Zusammensetzung ganzer Artengemeinschaften grundlegend. In unserer Studie, die in Nature veröffentlicht wurde, zeigen wir diese Veränderungen auf. Unsere Forschung gehört zu den umfangreichsten Studien, die jemals zu diesem Thema durchgeführt wurden.
- Keck, F., Peller, T., Alther, R. et al. The global human impact on biodiversity. Nature (2025).
https://doi.org/10.1038/s41586-025-08752-2 ↩︎
Vorkommen und Sympatriemuster von Niphargus rhenorhodanensis
Kryptische Süsswasserarten tragen zur biologischen Vielfalt bei, aber ihr Beitrag zur Artenvielfalt auf lokaler und regionaler Ebene bleibt unklar. In einer kürzlich in Freshwater Biology veröffentlichten Studie untersuchten wir das lokale und regionale gemeinsame Vorkommen kryptischer Flohkrebsarten, um die Rolle phylogenetischer Beziehungen bei der Gestaltung der Biodiversitätsmuster zu verstehen. Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass regionale Überschneidungen eher auf historischer Ausbreitung als auf phylogenetische Verwandtschaft zurückzuführen sind, wobei Sympatrien häufiger zwischen Arten aus verschiedenen Kladen (monophyletischen Gruppen) auftreten. Letztlich spiegeln die räumlichen Muster historische Ereignisse wie Gebirgsbildung und klimatische Veränderungen wider, welche die biologische Vielfalt auf lokaler und regionaler Ebene beeinflussen.
Der Laubstreuabbau durch Flohkrebse unter Labor- und natürlichen Bedingungen ist dichteabhängig

Der Abbau von organischem Material in Gewässerökosystemen ist entscheidend für die Integration von terrestrischem Pflanzenmaterial in aquatische Nahrungsnetze, wobei viele Systeme auf allochthone Einträge angewiesen sind. In einer in Oikos (https://doi.org/10.1111/oik.10774) veröffentlichten Studie untersuchten wir, wie sich die Populationsdichte einheimischer und nicht einheimischer Flohkrebse (Gammarus fossarum und Gammarus roeselii) auf die Verarbeitung von Laubstreu auswirkt, und stellten sowohl in Labor- als auch in Feldexperimenten eine negative dichteabhängige Beziehung fest. Die interspezifische Konkurrenz bestätigte die funktionelle Redundanz zwischen den Arten und zeigte, dass die Abbauraten an bestimmten Bruchpunkten, die den minimalen Stoffwechselbedarf widerspiegeln, ein Plateau erreichen.