In der neusten Ausgabe von Aqua & Gas haben wir eine Übersicht über unsere Studienergebnisse zur Grundwasserfauna in der Schweiz publiziert. Im Beitrag zeigen wir auf, dass einerseits ein verstärkter Schutz des Grundwassers nötig ist, andererseits muss die Überwachung der Grundwasserbiodiversität in der Schweiz vorangetrieben werden. Den Artikel kann online gelesen werden: https://www.aquaetgas.ch/wasser/gew%C3%A4sser/20251204-ag12-die-grundwasserfauna-sch%C3%BCtzen/
Kategorie: Amphipods
Umwelt-DNA und partizipative Wissenschaft zur Kartierung der Grundwasserfauna

In unserer neusten Studie, die in Scientific Reports (https://doi.org/10.1038/s41598-023-44908-8) veröffentlicht wurde, nutzen wir partizipative Wissenschaft und Metabarcoding mittels Umwelt-DNA (eDNA), um Grundwasserflohkrebse zu untersuchen und ein umfassenderes Bild der Grundwasserfauna, einschließlich Mikroorganismen, zu erfassen. Durch die Kombination beider Methoden wurden gemeinsam vorkommende Flohkrebsarten und ihre Korrelation mit der gesamten Grundwasserbiodiversität aufgedeckt und unser Verständnis der unterirdischen Ökosysteme verbessert. Zusammengefasst schlagen wir vor, dass die beiden Methoden zur Untersuchung von Grundwasserorganismen geeignet sind, unabhängig voneinander oder, was noch effektiver ist, in Kombination angewandt. Diese Ansätze bieten wertvolle Instrumente für die Erforschung unbekannter Aspekte der Grundwasserbiologie.
Taxonomische Arbeiten über Grundwasserorganismen
Die beiden neusten Veröffentlichungen aus unserem Projekt zum Grundwasser behandeln taxonomische Fragen zu Niphargus und Haplotaxis. In einer ersten Studie, die im Zoologischen Anzeiger veröffentlicht wurde, haben wir mit molekularen Methoden den taxonomischen Status der Niphargus ruffoi-Gruppe, einschließlich der Arten N. ruffoi und Niphargus arolaensis, im gesamten Alpenbogen genauer unter die Lupe genommen. In einer weiteren Studie, die in Zoosymposia veröffentlicht wurde, stellten wir den vermeintlich subkosmopolitischen Artstatus von Haplotaxis gordioides in Frage. Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass es sich bei der Art um einen Komplex aus mindestens sechs kryptischen Arten in der Schweiz handelt.
Umwelt-DNA im Grundwasser

Durch eine enge Zusammenarbeit mit lokalen Wasserversorgungen im Einzugsgebiet der Töss konnten wir eine diverse Grundwasserfauna nachweisen. Die Publikation dazu ist soeben in Molecular Ecology erschienen (https://doi.org/10.1111/mec.16955). Im Gegensatz zu früheren Studien mussten wir hierfür keine Netze verwenden und die Organismen tatsächlich fangen, sondern der Nachweis gelang aufgrund von Ergutspuren in Wasserproben. Wir konnten damit zeigen, dass sich die Vielfalt der Grundwasserfauna unterscheidet je nachdem ob die Probe in landwirtschaftlich geprägten oder bewaldeten Standorten genommen wurden. Eine Aussage über Ursache oder eine Gewässerbeurteilung sind aber noch nicht möglich. Die Eawag hat einen Newsartikel zur Publikation veröffentlicht. Vielen Dank auch an das BAFU, den SVGW und die Eawag für die finanzielle Unterstützung des Forschungsprojektes.
